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Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?

Der Wirkstoff schützt die Nerven der Arme und vor allem Beine vor den schädigenden Einflüssen der Zuckerkrankheit (Diabetes). Dafür kommen zwei Mechanismen zum Tragen: Zum einen sorgt der Stoff dafür, dass die Blutversorgung der Nerven nicht von Abbauprodukten, die bei einem zu hohen Zuckergehalt im Blut entstehen, behindert wird. Um das zu erreichen vermindert der Wirkstoff die Entstehung dieser Produkte. Zum anderen fängt er Nerven schädigende Stoffe ab, die wegen einer ungenügenden Blut- und damit verbundenen Sauerstoffversorgung entstehen.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?

- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.

Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.

Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

Für das Arzneimittel sind nur Nebenwirkungen beschrieben, die bisher nur in Ausnahmefällen aufgetreten sind.

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Anwendwendungsgebiete
- Missempfindung bei diabetischer Neuropathie


Was ist das? - Definition
Schmerzen, die in das Ausbreitungsgebiet eines Nerven ausstrahlen, nennt man eine Neuralgie.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Nervenschmerz

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Unser Nervensystem wird in das zentrale Nervensystem - bestehend aus Gehirn und Rückenmark - und das periphere Nervensystem unterteilt. Im zentralen Nervensystem finden die Steuerungsvorgänge der höheren Gehirnfunktionen wie z.B. Gedächtnis oder Orientierung statt. Das periphere Nervensystem leitet Informationen aus dem Körper in das zentrale Nervensystem und Signale aus dem zentralen Nervensystem in den gesamten Körper weiter.
Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe bestimmte Körperregionen. Ist der Nerv gereizt, so werden Schmerzen in dem jeweiligen Versorgungsgebiet des Nerven beschrieben.
Auslöser für Nervenschmerzen sind meist falsche Bewegungen, die zu Reizungen des Nerven führen. Manchmal sind sie die Folge einer Nervenentzündung. Neuralgien können aber auch Ausdruck einer seelischen Belastung oder Depression sein. Oft aber bleibt die Ursache der Neuralgie unklar.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Es kommt zu plötzlichen reißenden Schmerzen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nerven. Je nachdem welcher Nerv betroffen ist kommen zusätzliche Beschwerden hinzu:
 - Häufig betroffen ist der Trigeminusnerv (5. Hirnnerv), ein Nerv, der die sensiblen Reize der Gesichtshaut (z.B. Berührung) an das zentrale Nervensystem weiterleitet. Oft ist die Trigeminusneuralgie Folge einer Gürtelrose im Gesicht. Die Betroffenen leiden unter blitzartig einsetzenden, reißenden Schmerzen in einer Gesichtshälfte, ausgelöst durch Bewegungen wie Kauen, Zähneputzen oder Sprechen, aber auch Berührungen. Die Schmerzen dauern nur wenige Sekunden an, können sich aber alle paar Minuten wiederholen.
 - Meist ausgelöst durch Fehlbelastungen der Brustwirbelsäule kommt es zur Interkostalneuralgie, einer Reizung der zwischen den Rippen gelegenen Nerven. Typisch sind vom Rücken nach vorne in die Brustregion ausstrahlende Schmerzen, die bei Bewegungen des Brustkorbes, teils schon beim Atmen auftreten.
 - Sind die Halsnerven gereizt werden Schmerzen in Schulter und Armen beschrieben.
 - Die häufigste Neuralgie ist die Ischialgie, eine Reizung des Ischiasnervs. Die Schmerzen strahlen von der Lendenwirbelsäule bis in die Rückseite des Oberschenkels und die Kniekehle aus. Solche Schmerzen treten typischerweise nach einer falschen Bewegung oder durch Heben schwerer Lasten in ungünstiger Körperhaltung auf.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Unter einer entsprechenden Behandlung klingen die Schmerzen in der Regel schnell ab. Treten aber zusätzlich zu den Schmerzen noch Lähmungen hinzu, sollte ein Bandscheibenvorfall als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
 - Beim so genannten "Hexenschuss" handelt es sich um eine Muskelverspannung im Bereich der Wirbelsäule. Schmerzen bestehen nur im Bereich der Verspannung, sie strahlen nicht ins Bein aus.
 - Beim Bandscheibenvorfall beschreiben die Betroffenen ebenfalls Rückenschmerzen, die ins Bein ausstrahlen. Im Gegensatz zur Ischialgie kommt es zusätzlich zu Sensibilitätsstörungen oder gar Lähmungserscheinungen im betroffenen Bein.
 - Ähnlich sind die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich, hier kommt es allerdings zu Schmerzen und Lähmungen im Bereich der Armmuskeln.
 - Bei alten Menschen besteht häufig eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke. Dies führt zu knöchernen Veränderungen der Wirbel. Folge ist eine Einengung der Zwischenwirbellöcher, durch welche die Rückenmarksnerven austreten. Dies ist eine häufige Ursache für Reizungen des Ischiasnervs im Alter.
 - Gesichtsschmerzen im Bereich der Stirn, die sich beim Husten, Niesen, Bücken oder Ähnlichem verstärken, deuten auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hin.


Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Schmerzlindernd wirkt lokale Wärme, z.B. in Form einer Kartoffelauflage: Mit Schale gekochte Kartoffeln zu einem Brei zerdrücken, in ein Leinentuch wickeln und auf die schmerzhafte Region auflegen. Die Auflage sollte so lange belassen werden, wie sie als warm empfunden wird.
 - Besonders nach überstandenen Ischiasschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall sind vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung ähnlicher Beschwerden wichtig: Übergewicht sollte vermieden werden (belastet die Wirbelsäule zusätzlich), auf eine aufrechte Haltung und gute Stühle bei sitzender Tätigkeit ist zu achten. Rückenschonendes Heben ist besonders wichtig: nicht der Rücken, sondern die Oberschenkel sollten die Hauptarbeit übernehmen, deshalb ist es wichtig, beim Heben schwerer Gegenstände immer in die Knie gehen.
 - Halten die Nervenschmerzen trotz Therapie längere Zeit an, sollte ein Arzt aufgesucht werden um eine dauerhafte Nervenschädigung zu verhindern.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Unter einem Wadenkrampf versteht man das unwillkürliche, meist schmerzhafte Zusammenziehen der Wadenmuskulatur. Die Verkrampfung dauert meist nur wenige Sekunden bis Minuten an und vergeht wieder von selbst.
Muskelkrämpfe können auch bei anderen Muskeln auftreten, am weitaus häufigsten ist jedoch die Muskulatur der Wade und des Fußgewölbes betroffen, meist nachts.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Krampus - Syndrom

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Wenn Muskeln zu Krämpfen neigen, ist zu unterscheiden, ob eine neurologische Erkrankung zu Grunde liegt oder ob es sich um "gewöhnliche" Krämpfe handelt. Bei den "Gewöhnlichen" ist noch nicht geklärt, was die Muskeln dazu bringt sich Zusammenzuziehen, ohne dass wir es wollen. Eine wichtige Rolle scheinen dabei Veränderungen im Wasser- und Salz (Elektrolyt)-Haushalt des Körpers zu spielen.
Es gibt verschiedene Zustände oder Erkrankungen, die diese Veränderungen begünstigen:
 - körperliche Anstrengung (bei Arbeit oder Sport), besonders in der Hitze
 - Schwangerschaft
 - Dialysebehandlung bei schweren Nierenschäden
 - Leberzirrhose
 - Erkrankungen mit Störungen im Hormonhaushalt wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion
 - Diskutiert werden auch Einflüsse von Alkohol und einigen Medikamenten (z.B. harntreibende Mittel).

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Ein Wadenkrampf macht sich bemerkbar durch einen plötzlichen messerstichartigen Schmerz, meist ist der oder die betroffenen Muskeln verhärtet. Eher selten verkrampft der Muskel so stark, dass die Zehen krallenartig eingezogen werden.

Was kann dahinter stecken? - Mögliche Krankheitsbilder
Meist sind Wadenkrämpfe harmlos und ohne eine erkennbare Ursache. Bei manchen Erkrankungen treten Sie jedoch gehäuft auf:
 - Zahlreiche neurologische Erkrankungen, wie bestimmte Lähmungen oder eine Polyneuropathie eines Diabetikers.
 - Chronische Venenschwäche, Venenentzündungen oder Thrombose (Einengung bis zum Verschluss der Vene durch einen Pfropf, der sich an einer Stelle gebildet hat).
 - Bei länger anhaltenden Schmerzen kann eine Muskelverletzung wie eine Muskelzerrung oder sogar ein Muskelfaserriss dahinter stecken.
 - Leberzirrhose.
 - Erkrankungen mit Störungen im Hormonhaushalt wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion.
Achtung: Arterielle Durchblutungsstörungen der Beine können ebenfalls plötzliche Schmerzen in der Wade erzeugen. Allerdings sind die Schmerzen durch die vorübergehende Blutleere hervorgerufen und treten nicht in Ruhe wie die Wadenkrämpfe, sondern während der Bewegung auf (auch "Schaufensterkrankheit" genannt, da der Betroffene dann meist gezwungen ist, stehen zu bleiben und das anscheindend häufig nutzt um Schaufenster zu betrachten).

Verhaltenstipps
Akut, um den Krampf zu lösen:
 - Dehnen Sie die verkrampfte Muskulatur. Dazu packen Sie Ihre Zehen und ziehen sie in Richtung Schienbein.
 - Vielen hilft Umherlaufen oder das Massieren der Wade.

Vorbeugend:
 - Dehnungsübungen oder genügend regelmäßige Muskeltätigkeiten (z.B. Schwimmen oder Radfahren) helfen aktiv vorzubeugen.
 - Nehmen Sie immer genügend Flüssigkeit zu sich.
 - Achten Sie darauf, dass Sie geeignete Schuhe tragen, bei hohen Absätzen verkürzt sich zum Beispiel die Wadenmuskulatur.
 - Speziell um nächtliche Wadenkrämpfe zu verhindern, sollte eine Spitzfußstellung vermieden werden. Das können Sie erreichen, wenn Sie:
 - Auf dem Rücken liegend, die Fußsohlen zum Beispiel gegen das Fußende des Bettes stellen.
 - Auf dem Bauch liegend, die Füße über das Matratzenende ragen lassen.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Bei einer Polyneuropathie ist die Funktion mehrerer peripherer Nerven (das heißt, Nerven außerhalb des Körperstammes) gestört.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Neuropathien
 - Polyneuritiden

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Unser Nervensystem wird in das zentrale Nervensystem - bestehend aus Gehirn und Rückenmark - und das periphere Nervensystem (alle Nervenbahnen und -zellen, die sich im restlichen Körper befinden) unterteilt. Im zentralen Nervensystem finden die Steuerungsvorgänge der höheren Gehirnfunktionen wie z. B. Gedächtnis und Orientierung statt. Das periphere Nervensystem leitet Informationen aus dem Körper in das zentrale Nervensystem und umgekehrt leitet das periphere Nervensystem Signale aus der "Zentrale" in den gesamten Körper weiter.
Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe bestimmte Körperregionen. Bei der Polyneuropathie sind mehrere ("poly") Nerven ("neuro") in ihrer Funktion gestört ("pathie"). Das Leiden äußert sich in Störungen der Empfindung (Sensibilitätsstörungen) oder Muskelschwächen in dem jeweiligen Versorgungsgebiet des Nerven.
Einer Polyneuropathie können verschiedene Ursachen zu Grunde liegen:
 - Die in Europa häufigsten Ursachen sind eine langjährig bestehende Zuckerkrankheit und ein chronischer Alkoholmissbrauch.
 - Als mögliche Auslöser kommt aber auch eine Infektion durch einen Zeckenbiss (Borreliose) oder Nervenschäden infolge einer bakteriellen oder viralen Erkrankung in Frage. Man spricht in den Fällen von einer Nervenentzündung oder Neuritis. In tropischen Regionen sind Mangelernährung mit chronischem Vitaminmangel und die Lepra die häufigsten Ursachen einer Nervenschädigung.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Typischerweise sind die langen Nerven, welche Arme und Beine versorgen, erkrankt. Seltener sind die Nerven der inneren Organe betroffen.
Die Beschwerden bei einer Polyneuropathie können sehr unangenehm sein:
 - Am häufigsten werden schmerzhafte Sensibilitätsstörungen besonders im Bereich der Füße, seltener der Hände, beklagt. Die Störungen fühlen sich an wie "Ameisenkribbeln". Nachts kommt es häufig zu Wadenkrämpfen oder stechenden Schmerzen, die sich durch Bewegung bessern.
 - Typisch sind auch ein "strumpf-" oder "handschuhförmiges" Taubheitsgefühl an Füßen oder Händen.
 - Die Betroffenen beschreiben beim Gehen ein Gefühl, als ob sie "auf Watte" laufen würden.
 - Lähmungserscheinungen in den Bein- oder Armmuskeln sind Ausdruck einer bereits ausgeprägten Nervenschädigung.
 - Sind die Nerven der inneren Organe betroffen, kann dies zu Funktionsstörungen führen, z.B. zu Entleerungsstörungen des Magens mit Völlegefühl oder Störungen beim Wasser lassen, wenn die Blase betroffen ist.
 - Bei Schäden von Nerven des Herz-Kreislaufsystems sind Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckschwankungen nicht selten.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Komplikationen hängen davon ab, welche Nerven erkrankt sind. Zwei eindrückliche und häufige Beispiele dafür:
 - Die sensiblen Nerven (d.h. Nerven, die Empfindungen, wie z.B. "Schmerz" an das Gehirn melden) der Hände und Füße sind betroffen: Die Patienten spüren kleinere Verletzungen nicht mehr. Diese heilen nur schlecht ab und entzünden sich leicht. Schreitet die Nervenschädigung fort, besteht die Gefahr chronischer Schäden mit Muskellähmungen, welche sich nicht mehr bessern lassen.
 - Die Nerven des Herzens sind nicht mehr voll funktionsfähig: Es kann passieren, dass ein Herzinfarkt unbemerkt bleibt, weil man die Schmerzen nicht mehr spürt. Man spricht dann von einem "stummen Infarkt".
Wird die Grunderkrankung behandelt, lässt sich eine Polyneuropathie jedoch auch bessern:
 - Eine verbesserte Blutzuckereinstellung kann bei einer zu Grunde liegenden Zuckerkrankheit die Nervenschädigung mindern.
 - Ähnliches lässt sich erreichen, wenn der Alkoholiker dem Alkohol entsagt.
 - Nervenschäden infolge einer bakteriellen oder viralen Entzündung bilden sich unter entsprechender Therapie zurück.
 - Liegt der Schädigung ein Vitaminmangel zu Grunde (meist Vitamin B), so bessern sich die Beschwerden, wenn man das Vitamin als Medikament verabreicht.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Empfindungsstörungen, die von selbst abklingen und nach einiger Zeit wieder auftreten, können Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Um Schäden an den Extremitäten zu vermeiden, sind bei einer Polyneuropathie einige Regeln zu beachten:
 - Die Füße müssen täglich auf kleinere Verletzungen untersucht werden. Um Verletzungen vorzubeugen, sollte man nicht barfuß laufen und nur bequeme Schuhe tragen.
 - Ganz wichtig ist die richtige Fußpflege mit Instrumenten, welche die Haut nicht verletzen. Im Zweifel sollte man zur Fußpflege gehen.
 - Bei Verletzungen an Händen und Füßen muss rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden um die Wunden fachlich versorgen zu lassen. Nur so lassen sich Folgeschäden vermeiden.

Achtung: Alkohol wirkt einer Behandlung entgegen und verschlechtert allgemein das Krankheitsbild, egal welche Ursache hinter der Erkrankung steckt. Deshalb sollte auf Alkohol weitestgehend verzichtet werden, sowohl während einer medikamentösen Behandlung, als auch in behandlungsfreien Zeiten.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Unter der diabetischen Neuropathie versteht man eine Schädigung der Nerven, bedingt durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - diabetische Polyneuropathie

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Unser Nervensystem wird in das zentrale Nervensystem (bestehend aus Gehirn und Rückenmark) und das periphere Nervensystem (alle Nervenbahnen und -endigungen außerhalb des Gehirns und Rückenmarks) unterteilt. Im zentralen Nervensystem finden die Steuerungsvorgänge und die "Auswertung" von Informationen statt. Das periphere Nervensystem sorgt dafür, dass die Steuerungsvorgänge ausgeführt werden und umgekehrt das zentrale Nervensystem mit Informationen versorgt wird. So leitet das periphere Nervensystem einerseits Informationen aus dem Körper in das zentrale Nervensystem, umgekehrt aber auch Signale oder Befehle des zentralen Nervensystems in den gesamten Körper weiter.
Jeder Nerv versorgt je nach seiner Lage und Aufgabe bestimmte Körperregionen. Ist der Nerv in seiner Funktion gestört, so klagt der Betroffen in dem Gebiet, das der Nerv versorgt, über Sensibilitätsstörungen oder Muskelschwäche. Sind Nerven betroffen, die innere Organe versorgen, dann kommt es zu unterschiedlichen Regulationsstörungen in der Funktion des Organs.
Nach 10-jähriger Krankheitsdauer kommt es bei etwa 20-50% der Zuckerkranken zu Nervenschäden. Die Ursache ist nicht genau bekannt, man vermutet eine Kombination aus direkter Schädigung und einer verminderten Blutversorgung der Nerven infolge einer Verengung der Blutgefäße auf Grund der Zuckerkrankheit.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Meist sind die Nerven, die Arme und Beine versorgen, erkrankt, seltener die Nerven der inneren Organe.
Die Beschwerden bei einer diabetischen Neuropathie können sehr unangenehm sein:
 - Am häufigsten werden schmerzhafte Sensibilitätsstörungen besonders im Bereich der Füße, seltener der Hände beklagt. Betroffene reden von einem "Ameisenkribbeln", das sie spüren. Nachts kommt es häufig zu Wadenkrämpfen oder stechenden Schmerzen, die sich durch Bewegung bessern.
 - Typisch sind auch ein "strumpf-" oder "handschuhförmiges" Taubheitsgefühl an Füßen oder Händen.
 - Die Betroffenen beschreiben beim Gehen ein Gefühl, als ob sie "auf Watte" laufen würden.
 - Lähmungserscheinungen in den Bein- oder Armmuskeln sind Ausdruck einer ausgeprägten Nervenschädigung.
 - Sind die Nerven der inneren Organe betroffen, kann dies, bei der Harnblase zu Beschwerden beim Wasser lassen führen. Beim Magen wird meist ein Völlegefühl beklagt als Zeichen einer Magenentleerungsstörung. Schon bei leichten Nervenschäden bemerken die Männer eine Potenzstörung.
 - Bei Schäden von Nerven des Herz-Kreislaufsystems sind Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckschwankungen nicht selten.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Je nachdem, welche Nerven erkrankt sind, kann es zu ganz unterschiedlichen Komplikationen kommen. Hier einige Beispiele:
 - Ist die Sensibilität der Hände und Füße herabgesetzt, spüren die Betroffenen kleinere Verletzungen nicht mehr. Diese heilen nur schlecht ab und entzünden sich leicht.
 - Schreitet die Nervenschädigung fort, besteht die Gefahr chronischer Schäden mit Muskellähmungen welche sich nicht mehr bessern lassen.
 - Sind die Nerven des Herzens nicht mehr voll funktionsfähig, kann es passieren, dass ein Herzinfarkt unbemerkt bleibt, weil die Schmerzen nicht gespürt werden. Der Arzt spricht dann von einem "stummen Infarkt".
Diese zum Teil sehr schwerwiegenden Komplikationen müssen aber nicht unbedingt eintreten. Durch eine verbesserte Blutzuckereinstellung lassen sich die Nervenschäden teilweise wieder rückgängig machen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Neben dem Diabetes mellitus ist der chronische Alkoholmissbrauch eine häufige Ursache einer Nervenschädigung. Daneben kommen als mögliche Ursache auch eine Infektion durch einen Zeckenbiss (Lyme-Borreliose) oder Nervenschäden infolge einer bakteriellen oder viralen Erkrankung in Frage. In tropischen Regionen sind Mangelernährung mit chronischem Vitaminmangel und die Lepra die häufigsten Ursachen einer Nervenschädigung.
Sensibilitätsstörungen, die von selbst abklingen und nach einiger Zeit wieder auftreten, können auch Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein.

Verhaltenstipps
 - Der Genuß von Alkohol sollte möglichst vermieden werden. - Um Schäden an den Füßen zu vermeiden, sind bei einer diabetischen Neuropathie einige Regeln zu beachten:
 - Die Füße müssen täglich auf kleinere Verletzungen untersucht werden.
 - Um Verletzungen vorzubeugen sollte man nicht barfuss laufen und nur bequeme Schuhe tragen.
 - Ganz wichtig ist die richtige Fußpflege mit Instrumenten, welche die Haut nicht verletzen. Im Zweifel sollte man zur Fußpflege gehen.
 - Bei Verletzungen an Händen und Füßen muss man rechtzeitig den Arzt aufsuchen um die Wunden fachlich versorgen zu lassen. Nur so lassen sich Folgeschäden vermeiden.
 - Bei Störungen der inneren Organe oder Potenzstörungen sollte zum Ausschluss einer diabetischen Neuropathie ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Beim Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Dabei kommt es durch Insulinmangel zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte.
Es gibt zwei Arten von Diabetes, einfach als Typ 1 und Typ 2 bezeichnet. Der Typ-1-Diabetes unterscheidet sich vom Typ-2-Diabetes dadurch, dass zu Beginn der Erkrankung die Zerstörung derjenigen Zellen steht, die das Insulin produzieren, dadurch meist sehr schnell überhaupt kein Insulin mehr hergestellt wird. Der Krankheitsbeginn liegt meist schon im Kindes- oder Jugendalter.


Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - juveniler Diabetes mellitus
 - Zuckerkrankheit

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die wichtigste Energiequelle unseres Körpers sind die Kohlenhydrate, denn sie enthalten Zucker in Form von Glucose. Damit dieser Zucker in die Zellen, in denen er gebraucht wird, gelangen kann, braucht man das Hormon Insulin. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und öffnet im gesamten Körper die Zellen, damit Glucose eindringen kann. Fehlt dem Körper Insulin, so steigt der Blutzuckerspiegel an.
Es gibt verschiedene Arten der Zuckerkrankheit: Beim so genannten Typ 1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Das heißt, es wird in der Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin gebildet. Die genaue Ursache dafür ist nicht bekannt. Der Körper zerstört auf alle Fälle selbst die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Man vermutet, dass eine Viruserkrankung der Auslöser für diesen selbstzerstörerischen Prozess sein könnte. Die Anfälligkeit dieser speziellen Zellen für Schädigungen kann vererbt werden.
Diese Form der Zuckerkrankheit beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter. Sie ist viel seltener als der so genannte Alterszucker, der meist erst im höheren Lebensalter auftritt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Wenn der Blutzuckerspiegel über einen bestimmten Wert ansteigt wird der überschüssige Zucker mit dem Urin ausgeschieden. Das führt zu folgenden Symptomen:
 - Die Betroffenen müssen bis über 2 Liter Urin pro Tag ausscheiden, da die Ausscheidung von Glucose mit dem Harn vermehrt Wasser mit sich zieht.
 - Die erhöhte Harnmenge führt zu einem verstärkten Durstgefühl.
 - Kann der Harnverlust nicht ausgeglichen werden, sind eine Austrocknung des Körpers und ein rascher Gewichtsverlust die Folge.
 - Da der Körper den Zucker im Blut nicht verwenden kann, sind die Betroffenen oft schlapp und weniger leistungsfähig.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Man muss beim Diabetes zwischen Komplikationen unterscheiden, die sich rasch entwickeln und solchen, die sich erst im Laufe der Jahre bilden.
Rasche oder Akutkomplikationen entwickeln sich meist auf Grund von Diät- oder Behandlungsfehlern. Auch bei Infekten oder durch Medikamente, die den Blutzuckerspiegel verändern, kommt es zu den akut auftretenden Komplikationen, bedingt durch Blutzuckerentgleisungen:
 - Nicht selten ist die Überzuckerung, die so genannte Hyperglykämie. Bei Blutzuckerwerten von 600 - 1000mg/dl kommt es zur Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit.
 - Ab Blutzuckerwerten unter 50mg/dl kommt es zu Symptomen der Unterzuckerung, der so genannten Hypoglykämie. Typisch dafür sind Heißhungergefühle, plötzliches Zittern, Schwitzen oder Herzrasen. Sinkt der Blutzuckerspiegel sehr stark ab, kann es auch hier zur Bewusstlosigkeit kommen.
Langfristig führt der Diabetes zu Komplikationen, deren Ursache in einer Schädigung großer und kleiner Blutgefäße liegt. Eine gute Diabeteseinstellung ist daher unbedingt erforderlich. Spätschäden sind bei schlechter Stoffwechsellage oder mit zusätzlichen Risikofaktoren, wie zum Beispiel Rauchen oder erhöhten Blutfetten, deutlich häufiger zu erwarten.
Zu den Spätschäden kommt es vor allem dadurch, dass sich die "überschüssigen" Zuckermoleküle mit Eiweißkörpern verbinden und sich an den Innenwänden der Blutgefäße ablagern. Langfristige Folge ist eine Gefäßverengung, die sowohl kleine, als auch große Gefäße betreffen kann:
 - Bei der diabetestypischen "Mikroangiopathie" kommt es zur Schädigung kleinster Gefäße. Folge ist eine verminderte Durchblutung von Organen, die viele kleine Blutgefäße enthalten. Dazu gehören vor allem die Nieren, Augen und die Nerven.
 - Sind die großen Gefäße des Körpers verengt, spricht man von einer "Makroangiopathie". Die Erkrankung entspricht einer Gefäßverkalkung oder Arteriosklerose, wie sie zum Beispiel auch bei einem chronisch erhöhten Blutdruck oder erhöhten Blutfettwerten auftreten kann. Als folge kann es zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einem Arterienverschluss oder zu Durchblutungsstörungen der Füße kommen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die ersten Anzeichen einer Zuckerkrankheit sind ziemlich charakteristisch und der erhöhte Blutzuckerspiegel kann im Labor leicht festgestellt werden. Dadurch wird ein Arzt die Diagnose leicht stellen können. Für den erhöhten Blutzuckerspiegel kann es jedoch noch andere Gründe geben. Zum Beispiel eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Alkoholikern oder die operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Auch im Rahmen einer langfristigen, hochdosierten Behandlung mit Cortison, oder einer erhöhten körpereigenen Cortisonproduktion, dem so genannten Morbus Cushing, kann sich ein Diabetes mellitus entwickeln. Denn Cortison ist ein Hormon in unserem Körper, das den Blutzuckerspiegel erhöht. Sind nun große Mengen dieses Hormons im Körper, reicht irgendwann das Insulin nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken und es kommt zum Diabetes.

Verhaltenstipps
 - Fallen Kinder und Jugendliche durch starken Durst, häufigen Harndrang oder plötzliche Leistungsschwäche auf, sollte zur Überprüfung des Blutzuckerspiegels ein Arzt aufgesucht werden.
 - Bei Kleinkindern sollte ebenfalls ein Arzt zu Rate gezogen werden, wenn sie nachts plötzlich wieder einnässen, ein Diabetes könnte die Ursache dafür sein.
 - Beim jugendlichen Diabetes ist eine genaue Kenntnis der Behandlung mit Insulin, sowie die Einhaltung der Diät enorm wichtig. Um ihre Kinder zu unterstützen sollten deshalb auch die Eltern eine Diabetesschulung besuchen.
 - Im Falle einer Unterzuckerung muss sofort Zucker verabreicht werden, z.B. in Form von Traubenzucker oder Obstsaft. Nach Besserung der Symptome sollten zusätzlich langwirkende Kohlenhydrate, wie 1 Glas Milch, ein Butterbrot oder Fruchtjoghurt gegessen bzw. getrunken werden, um einen erneuten Abfall des Blutzuckerspiegels zu verhindern.
 - Ist es im Rahmen einer Unter- oder Überzuckerung zur Bewusstlosigkeit gekommen sollte ein Notarzt alarmiert werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Beim Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Dabei kommt es durch Insulinmangel zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte.
Es gibt zwei Arten von Diabetes, einfach als Typ 1 und Typ 2 bezeichnet. Der Typ-2-Diabetes unterscheidet sich vom Typ-1-Diabetes dadurch, dass zu Beginn der Erkrankung meist eine herabgesetzte Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin besteht. Es wird also noch Insulin produziert, doch kann es nicht mehr genügend wirken. Der Krankheitsbeginn liegt häufig im fortgeschrittenen Alter.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Alterszucker

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die wichtigste Energiequelle unseres Körpers sind die Kohlenhydrate, denn sie enthalten Zucker in Form von Glucose. Damit dieser Zucker in die Zellen, in denen er gebraucht wird, gelangen kann, braucht man das Hormon Insulin. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und öffnet die Zellen, damit Glucose eindringen kann. Fehlt dem Körper Insulin, so steigt der Blutzuckerspiegel an.
Es gibt verschiedene Arten der Zuckerkrankheit:
 - Beim so genannten Diabetes mellitus Typ 1 liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Das heißt, es wird in der Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin gebildet.
 - Beim Diabetes mellitus Typ 2 liegt die Ursache für die Erkrankung in einer verminderte Insulinwirkung. Das heißt es wird meistens genügend Insulin produziert, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Zugrunde liegt häufig ein Überangebot an Glucose im Körper. Besteht dieses Überangebot über längere Zeit, bewirkt es, vereinfacht gesagt, einen Verschleiß des ausgeklügelten Systems im Körper die Glucose zu verwerten.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Wenn der Blutzuckerspiegel über einen bestimmten Wert ansteigt wird der überschüssige Zucker mit dem Urin ausgeschieden. Das führt zu folgenden Symptomen:
 - Die Betroffenen müssen bis über 2 Liter Urin pro Tag ausscheiden, da die Ausscheidung von Glucose mit dem Harn vermehrt Wasser mit sich zieht.
 - Die erhöhte Harnmenge führt zu einem verstärkten Durstgefühl.
 - Kann der Harnverlust nicht ausgeglichen werden, sind eine Austrocknung des Körpers und ein rascher Gewichtsverlust die Folge.
 - Besonders bei älteren Menschen führt die Gesamtheit der Veränderungen zur allgemeinen Schwäche, Verwirrtheitszuständen, einer erhöhten Infektanfälligkeit, Hautentzündungen oder Juckreiz.
Häufig wird eine Zuckerkrankheit oft zufällig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung beim Arzt festgestellt, da vor allem bei älteren Menschen die Symptome nicht sehr stark ausgeprägt sind.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Akute Komplikationen:
 - Überzuckerung, (Hyperglykämie), bei Blutzuckerwerten von 600 - 1000 mg/dl kommt es zur Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit.
 - Unterzuckerung, (Hypoglykämie), bei Blutzuckerwerten unter 50 mg/dl kommt es zu Symptomen wie Heißhungergefühlen, plötzliches Zittern, Schwitzen oder Herzrasen bis zur Bewusstlosigkeit.
Langfristige Komplikationen (Spätschäden), durch Schädigung großer und kleiner Blutgefäße:
Zu den Spätschäden kommt es vor allem, wenn sich bei schlechter Blutzuckereinstellung "überschüssige" Glucose mit Eiweißkörpern verbindet und sich an den Innenwänden der Blutgefäße ablagert. Langfristige Folge ist eine Gefäßverengung:
 - "Mikroangiopathie": kleinste Blutgefäße werden geschädigt. Folge ist eine verminderte Durchblutung von Organen, die viele kleine Blutgefäße enthalten. Dazu gehören vor allem die Nieren, Augen und die Nerven.
 - "Makroangiopathie": große Blutgefäße werden geschädigt. Die Erkrankung entspricht einer Gefäßverkalkung oder Arteriosklerose. Als Folge kann es zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einem Arterienverschluss oder zu Durchblutungsstörungen der Füße kommen.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Der Typ-2-Diabetes gilt als eine Erkrankung als Folge des Wohlstandes. Es gibt jedoch noch weitere Ursachen für einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Dazu gehört zum Beispiel eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Alkoholikern oder die operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Auch im Rahmen einer langfristigen, hochdosierten Behandlung mit Cortison, oder einer erhöhten körpereigenen Cortisonproduktion, dem so genannten Morbus Cushing, kann sich ein Diabetes mellitus entwickeln. Denn Cortison ist ein Hormon in unserem Körper, das den Blutzuckerspiegel erhöht. Sind nun große Mengen dieses Hormons im Körper, reicht irgendwann das Insulin nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken und es kommt zum Diabetes.

Verhaltenstipps
 - Um eine Zuckererkrankung möglichst rasch zu erkennen ist besonders bei erhöhtem Vererbungsrisiko die regelmäßige Untersuchung beim Arzt anzuraten.
 - Die meisten Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig, daher ist die Gewichtsnormalisierung eine der wichtigsten Maßnahmen
 - Schon leichte körperliche Tätigkeit senkt den Blutzuckerspiegel, deshalb ist eine regelmäßige sportliche Betätigung für die Blutzuckerregulierung von Vorteil.
 - Im Falle einer Unterzuckerung muss sofort Zucker verabreicht werden, z.B. in Form von Traubenzucker oder Obstsaft. Nach Besserung der Symptome sollten zusätzlich langwirkende Kohlenhydrate, wie 1 Glas Milch, ein Butterbrot oder Fruchtjoghurt gegessen bzw. getrunken werden, um einen erneuten Abfall des Blutzuckerspiegels zu verhindern.
 - Ist es im Rahmen einer Unter- oder Überzuckerung zur Bewusstlosigkeit gekommen, sollte ein Notarzt alarmiert werden.
 - Sind bereits Gefühlsstörungen oder Durchblutungsstörungen als Spätfolgen an den Füßen aufgetreten, so sollten die Füße täglich untersucht werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dosierung und Anwendungshinweise

Wie wird das Arzneimittel dosiert?

WerEinzeldosisGesamtdosisWann
Erwachsene1 Tablette1-mal täglichvor der ersten Mahlzeit (ca. 30 Minuten)
Anwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.

Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Prinzipiell ist die Dauer der Anwendung zeitlich nicht begrenzt, das Arzneimittel kann daher längerfristig angewendet werden.

Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfällen sowie zu schweren Blutgerinnungsstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Zusammensetzung
Was ist im Arzneimittel enthalten?

Die angegebenen Mengen sind bezogen auf 1 Tablette.

Wirkstoffstoff 600 mg DL-a63-Liponsäure
Hilfstoff + Hypromellose
Hilfstoff + Croscarmellose natrium
Hilfstoff + Simeticon
Hilfstoff + Lactose-1-Wasser
Hilfstoff + Magnesium stearat
Hilfstoff + Macrogol 6000
Hilfstoff + Talkum
Hilfstoff + Natriumdodecylsulfat
Hilfstoff + Cellulose, mikrokristalline
Hilfstoff + Siliciumdioxid, hochdisperses
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
*gegenüber der Preisangabe, die gemäß §129 Absatz 5a SGB V in Verbindung mit AMPreisVO für die ausnahmsweise Abgabe apothekenpflichtiger, nicht verschreibungspflichtiger Artikel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung vorgesehen ist