Anwendungsgebiete:
1. Prävention von Intoxikationserscheinungen einer (mittel-)hochdosierten -Therapie oder bei anhaltend hohen -Serumspiegeln (auch bei niedrig dosierten -Therapien).
Hinweis:
Mit anhaltend hohen -Serumspiegeln ist insbesondere bei Pleuraergüssen, Aszites, Niereninsuffizienz sowie bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr während einer -Therapie zu rechnen.
2. Behandlung von Intoxikationserscheinungen einer -Therapie, die auf Tetrahydrofolsäuremangel zurückgeführt werden können.
3. Behandlung von Folsäuremangelzuständen unterschiedlicher Genese, die durch diätetische Maßnahmen nicht zu beseitigen sind.
Hinweise:
• Bei dieser Indikationsstellung sollte ein -B12-Mangel differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden
• Im Gegensatz zu den erstgenannten Anwendungsgebieten ist hier die Anwendung von ausreichend.
Nicht Anwenden bei:
Das darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat oder einen anderen Inhaltsstoff des Arzneimittels.
Calciumfolinat ist zur Behandlung perniziöser Anämien und anderer durch B12-Mangel bedingter Anämien nicht geeignet; hämatologische Remissionen können zwar eintreten, die neurologischen Manifestationen bleiben jedoch progredient.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Zur Behandlung von Schwangeren oder Stillenden mit der Kombination Calciumfolinat und 5-Fluorouracil und/oder anderen Zytostatika liegen keine Erfahrungen vor, jedoch ist bei Schwangerschaft oder Stillzeit eine zytostatische Behandlung, auch unter Einbezug von Calciumfolinat, generell kontraindiziert.
• Es besteht keine Einschränkung zur Anwendung bei Schwangeren oder Stillenden für die weiteren unter "Indikationen" aufgeführten Intoxikationserscheinungen oder Folsäuremangelzustände.
• Sollte trotz Schwangerschaft bei entsprechend enger Indikationsstellung eine -Behandlung erfolgen, so besteht keine Einschränkung für die Anwendung von Caliciumfolinat zur Prophylaxe von -Intoxikationserscheinungen (Calciumfolinat Rescue).
Anwendung:
Die prophylaktische Anwendung bei nachfolgender -Applikation in der Onkologie ist Ärzten vorbehalten, die über ausreichende Erfahrungen in der hochdosierten -Therapie verfügen.
1. Prävention von Intoxikationserscheinungen in der -Therapie (Calcium-folinat-Rescue):
Ab einer -Dosierung von etwa 100 mg/m2 Körperoberfläche (KO) muss dieser Behandlung die Gabe von Calciumfolinat folgen. Für die Dosierung und Anwendungsart von Calciumfolinat als Antidot der hochdosierten -Stoßtherapie gibt es keine einheitlichen Empfehlungen, so dass folgende Dosierungsempfehlungen exemplarisch gegeben werden:
Calciumfolinat-Rescue nach (MTX)-Therapie:
• MTX-Serumspiegel (24-30 Std.) < 1,5 x 10-6 mol/l bis 1 x 10-8 mol/l: 10-15 mg/m2 KO alle 6 Std.; Dauer: 48 Std. - MTX-Serumspiegel (24-30 Std.) 1,5 bis 5,0 x 10-6 mol/l: 30 mg/m2 KO alle 6 Std.; Dauer: bis Plasmaspiegel < 5 x 10-8 mol/l
• MTX-Serumspiegel (24-30 Std.) > 5,0 x 10-6 mol/l: 60-100 mg/m2 KO alle 6 Std.; Dauer: bis Plasmaspiegel < 5 x 10-8 mol/l.
Die Applikation von Calciumfolinat kann i.m., p.o. oder i.v. erfolgen.
Patienten mit Resorptionsstörungen (z.B. Erbrechen) müssen jedoch von einem oralen Calciumfolinat-Rescue ausgeschlossen werden. Die Absorption von oral appliziertem Calciumfolinat unterliegt einem Sättigungsmechanismus. Bei oraler Applikation von Calciumfolinat-Dosen über 40 mg ist die Bioverfügbarkeit vermindert.
Beginn des Rescue:
Spätestens 18-30 Stunden nach Beginn der -Infusion.
Ende des Rescue:
Frühestens 72 Stunden nach Beginn der -Infusion. Bei Beendigung des Rescues sollte der -Serumspiegel unter 10-7 mol/l, besser unter 10-8 mol/l liegen.
Ein "Over-Rescue" kann zur Beeinträchtigung der Wirksamkeit von führen, bei unzureichendem Rescue ist bei der hochdosierten -Stoßtherapie mit erheblichen toxischen Nebenwirkungen zu rechnen (siehe Fachinformation -haltiger ).
2. Behandlung der Intoxikationserscheinungen einer niedrigdosierten -Therapie (Einzeldosis < 100 mg/m2 KO), die auf Tetrahydrofolsäuremangel zurückgeführt werden können:
Sofort eine 6-12 mg Folinsäure entsprechende Menge Calciumfolinat i.v. oder i.m. geben. Danach mehrfach (mindestens 4-mal) die gleiche Dosis in 3-6-stündigen Abständen applizieren.
Zum intensivierten Calciumfolinat-Rescue bei verzögerter -Ausscheidung unter mittelhoch- oder hochdosierter -Therapie wird auf die spezielle Fachliteratur verwiesen.
Hinweis:
Sollte die Intoxikation durch eine erheblich verzögerte Elimination verursacht sein (z.B. akute Niereninsuffizienz), kann eine Hämodialyse/Hämoperfusion in Erwägung gezogen werden.
3. Behandlung des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms in Kombination mit 5-Fluorouracil:
Die Anwendung von Calciumfolinat in Kombination mit zytostatisch wirksamen Substanzen, wie z.B. 5-Fluorouracil, sollte nur durch onkologisch erfahrene Ärzte erfolgen.
Calciumfolinat wird in Kombination mit 5-Fluorouracil in Einzeldosen von 20 mg/m und 200 mg/m2 angewendet.
Hinweis:
Es liegen keine Untersuchungsergebnisse vor, die ausreichend belegen, dass die Anwendung von 5-Fluorouracil in Kombination mit 20 mg/m2 und 200 mg/m2 einer 5-Fluorouracil-Monotherapie bei "äquitoxischen" 5-Fluorouracil-Dosen überlegen ist. Ebenso fehlen Untersuchungsergebnisse, die ausreichend belegen, dass die höher-dosierte Calciumfolinat-Dosis (200 mg/m2 ) der niedriger dosierten Calciumfolinat-Dosis (20 mg/m2 ) in Kombination mit 5-Fluorouracil überlegen ist.
4. Behandlung von Folsäuremangelzuständen:
5-15 mg Folinsäure täglich.
Art und Dauer der Anwendung:
Die Anwendung erfolgt unzerkaut mit etwas Flüssigkeit.
Zur Beachtung:
Die prophylaktische Gabe von Calciumfolinat in der -Therapie setzt die Möglichkeit einer Bestimmung des -Serumspiegels voraus.