Anwendungsgebiete:
Lokale und regionale Nervenblockade.
Nicht Anwenden bei:
Das darf nicht angewendet werden:
• bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säuremid-Typ oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
• bei schweren Störungen des Herz-Reizleitungssystems
• bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz
• zur Betäubung des Gebärmutterhalses in der Geburtshilfe (Parazervikalanästhesie).
Zusätzlich sind die speziellen Gegenanzeigen für die Spinal- und die Periduralanästhesie zu beachten, wie z.B.
• nicht korrigierter Volumenmangel
• erhebliche Störungen der Blutgerinnung
• erhöhter Hirndruck.
Die sind aufgrund der niedrigen Wirkstoffkonzentration nicht geeignet zur Anwendung für Spinalanästhesien und für zahnmedizinische Eingriffe.
Nur mit besonderer Vorsicht darf Mepivacain angewendet werden:
• bei Nieren- oder Lebererkrankungen
• bei Gefäßverschlüssen
• bei Arteriosklerose
• bei Nervenschädigung durch Zuckerkrankheit
• zur Injektion in ein infiziertes Gebiet.
Plötzliche arterielle Hypotension als Komplikation bei Periduralanästhesie mit Mepivacain kann besonders bei älteren Patienten auftreten.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Mepivacain passiert die Plazenta mittels einfacher Diffusion. Die embryonale/fetale Dosis im Verhältnis zur maternalen Serumkonzentration beträgt 0,46 bis 2,7 Myg.
Die Anwendung von Mepivacain in der Frühschwangerschaft sollte nur erfolgen, wenn die Anwendung absolut notwendig ist.
Ein Anstieg auf das Zweifache an kongenitalen Anomalien wurde bei Neugeborenen von 82 Müttern beobachtet, die während der ersten vier Monate der Schwangerschaft mit Mepivacain behandelt wurden. Die Frequenz lag jedoch nicht über derjenigen von 224 Frauen, die zu verschiedenen Zeitpunkten der gesamten Schwangerschaft mit dem Lokalanästhetikum behandelt wurden.
Kontraindiziert ist die Periduralanästhesie mit Mepivacain in der Geburtshilfe bei drohenden starken Blutungen oder tiefer Implantation der Plazenta.
Als mögliche Komplikation des Einsatzes von Mepivacain in der Geburtshilfe ist das Auftreten einer arteriellen Hypotension bei der Mutter anzusehen.
Bei Gabe von Mepivacain unter der Geburt (Epiduralanästhesie) ist über fetale Depression, fetale Intoxikationserscheinungen, verminderten Muskeltonus und Minderung der Muskelkraft in den ersten 8 Stunden nach der Geburt berichtet worden.
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Mepivacain bei der Parazervikalblockade ist über fetale Bradykardien und Todesfälle berichtet worden.
Nach Regionalanästhesien mit Mepivacain unter der Geburt wurden Vergiftungssymptome bei den Neugeborenen beobachtet: gehäuft Bradykardien (20-30% bei Feten ohne Risikofaktoren, 60% bei Feten mit Gefährdungen vor Parazervikalblockade bei der Mutter), bei einigen Zwischenfällen tonisch-klonische Krämpfe, Atemstillstand, Hypotonie sowie Mydriasis mit fehlender Lichtreaktion. Daher kann Mepivacain nicht als Mittel der Wahl gelten.
• Es ist nicht bekannt, ob Mepivacain mit der ausgeschieden wird.
Wirkungen:
Die möglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Mepivacain ensprechen weitgehend denen anderer Lokalanästhetika des Substanztyps der Amide. Unerwünschte, bestimmte Organsysteme betreffende Wirkungen, die bei Überschreiten eines Blutplasmaspiegels von 5-6 Myg Mepivacainhydrochlorid/ml auftreten können, sind bedingt durch die Art der Anwendung oder pharmakodynamisch/pharmakokinetisch bedingt und betreffen entweder das Zentralnervensystem und/oder das Herz-Kreislauf-System.
1. Methodisch bedingt:
• infolge der Injektion zu großer Lösungsmengen
• durch unbeabsichtigte Injektion in ein Blutgefäß
• durch unbeabsichtigte Injektion in den Spinalkanal (intrathekal) bei vorgesehener Periduralanästhesie
• durch hohe Periduralanästhesie oder Spinalanästhesie (massiver Blutdruckabfall).
2. Pharmakokinetisch bedingt:
Als mögliche Ursache für Nebenwirkungen müssen auch eventuelle abnorme Resorptionsverhältnisse oder Störungen bei Abbau in der Leber oder bei der Ausscheidung durch die Niere in Betracht gezogen werden.
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 10%):
Nach einer Spinalanästhesie treten häufig Harnblasenfunktionsstörungen auf.
Seltene unerwünschte Wirkungen (< 1%):
In äußerst seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit:
Zentralnervöse Symptome:
• leichte Intoxikation:
Kribbeln in den Lippen und/oder der , Taubheit im Mundbereich, Ohrensausen, metallischer Geschmack, Angst, Unruhe, Zittern, Muskelzuckungen, Erbrechen, Desorientiertheit
• mittelschwere Intoxikation:
Sprachstörung, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, , Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Zittern, choreiforme Bewegungen, Krämpfe (tonisch-klonisch), weite Pupillenöffnung, beschleunigte Atmung
• schwere Intoxikation:
Erbrechen (Erstickungsgefahr), Schließmuskellähmung, Muskeltonusverlust, Stupor, irreguläre Atmung, Atemstillstand, Koma, Tod.
• Kardiovaskuläre Symptome:
• leichte Intoxikation:
Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atmung
• mittelschwere Intoxikation:
beschleunigter Herzschlag, Arrhythmie, Sauerstoffmangel, Blässe - schwere Intoxikation:
schwere Zyanose, Herzrhythmusstörungen (verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, primäres Herzversagen, Kammerflimmern, Asystolie).
Anwendung:
• Mepivacainhaltige Injektionslösungen sollten nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchführung der jeweiligen Anästhesieverfahren angewendet werden.
• Grundsätzlich gilt, daß nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewünschte ausreichende Anästhesie erreicht wird. Die Dosierung ist entpsrechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.
Empfohlene Einzeldosen für Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahre und Erwachsene mit einer Körpergröße von ca. 150 cm bei einmaliger Anwendung:
• Fraktur-Reposition 5-20 ml
• Grenzstrang-Blockade 5-10 ml
• Hautquaddeln 0,1 bis 2 ml
• Nervus cutaneus-femoris lateralis-Blockade 10 ml
• Nervus femoralis-Blockade 10-20 ml
• Nervus medianus-Blockade 3-5 ml
• Nervus obturatorius-Blockade 10-15 ml
• Nervus phrenicus-Blockade 10-15 ml
• Nervus radialis-Blockade 10-20 ml
• Nervus ulnaris-Blockade 5-10 ml
• Oberst-Anästhesie, pro Nerv 1-2 ml
• Parazervikal-Blockade, pro Seite 6-10 ml
• Paravertebral-Blockade 5-10 ml
• Periduralanästhesie, einzeitig 10-20 ml
• Pudendus-Blockade, pro Seite 7-10 ml
• Sakral-Blockade 10-30 ml
• Tonsillektomie, pro Tonsille 5-10 ml
• Wundversorgung bis zu 30 ml
• Intravenöse Regionalanästhesie bis 40 ml
Empfohlene Maximaldosen bei einmaliger Anwendung:
• HNO-Bereich: 200 mg Mepivacainhydrochlorid (3 mg/kg Körpergewicht)
• periphere und rückenmarksnahe Blockaden: 400 mg Mepivacainhydrochlorid (6 mg/kg Körpergewicht).
• Für sind die Dosierungen unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht individuell zu berechnen. Als Maximaldosis gelten 5-6 mg Mepivacainhydrochlorid/kg Körpergewicht.
• Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand müssen grundsätzlich niedrigere Dosen angewendet werden.
• Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (Gefäßveschlüssen, Arteriosklerose oder Nervenschädigung bei Zuckerkrankheit) ist die Dosis um ein Drittel zu verringern.
• Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion können, besonders bei wiederholter Anwendung, erhöhte Plasmaspiegel auftreten. In diesen Fällen wird ebenfalls eine niedrigere Dosis empfohlen.
• In der geburtshilflichen Periduralanästhesie ist wegen der veränderten anatomischen Verhältnisse eine Dosisreduktion um etwa ein Drittel erforderlich.
Hinweise:
• Grundsätzlich gilt, daß bei kontinuierlicher Anwendung niedrig konzentrierte Lösungen appliziert werden.
• Eine wiederholte Anwendung von Mepivacain kann aufgrund einer Tachyphylaxie zu Wirkungseinbußen führen.
Art und Dauer der Anwendung:
Vor der periduralen Injektion des Lokalanästhetikums ist darauf zu achten, daß das Instrumentarium zur Wiederbelebung, wie z.B. zum Freihalten der Atemwege, zur Sauerstoffzufuhr und die Notfallmedikation sofort verfügbar sind.
Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:
• bei Risikopatienten und bei Verwendung höherer Dosierung (> 25% der maximalen Einzeldosis bei einmaliger Gabe) intravenösen Zugang für Infusion anlegen (Volumensubstitution)
• Dosierung so niedrig wie möglich wählen
• in der Regel keinen Vasokonstriktorzusatz verwenden
• korrekte Lagerung des Patienten beachten
• vor der Injektion sorgfältig in 2 Ebenen (Drehung der Kanüle um 180°) aspirieren
• Vorsicht bei Injektion in infizierte Bereiche (wegen verstärkter Resorption bei herabgesetzter Wirksamkeit)
• Injektion langsam vornehmen
• Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren
• allgemeine und spezielle Kontraindikationen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten.