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Anwendungsgebiete: 1. Bei Abortneigung; Frühgeburtsbestrebungen; fetale Hypotrophie, wenn diese durch eine Verminderung der magnesiumabhängigen Enzymaktivität der Plazenta bedingt ist.
2. Bei schwerem Magnesiummangel (Normalwerte von Magnesium im Serum 0,8-1,1 mmol/l).
Nicht Anwenden bei: Die parenterale Gabe von Magnesiumsulfat muss bei schweren Ausscheidungsstörungen der Nieren mit Vorsicht erfolgen, eine Dosis-Anpassung an den Grad der Ausscheidungsstörung ist nötig, da bei einem Kreatininwert von über 4 mg/dl die renale Magnesiumausscheidung erheblich reduziert ist.
Magnesiumsulfat sollte parenteral nicht angewendet werden bei:
• ausgeprägter Bradykardie
• Myasthenia gravis sowie bei AV-Block (oder anderen bradykarden kardialen Überleitungsstörungen)
• Infektstein (= Calcium-Magnesium-Ammonium- Phosphatstein)-Diathese.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Gegen die parenterale Anwendung von Magnesiumsulfat bestehen keine Bedenken. Bei einer Anwendungsdauer von mehr als 4-5 Wochen besteht für den Fetus die Möglichkeit einer Störung von Mineralisierungsvorgängen in Röhrenknochen und Zähnen.
• Wird Magnesium kurz vor der Geburt verabreicht, sollte das Neugeborene während der ersten 24-48 Lebensstunden auf Anzeichen von Toxizität (neurologische Depression mit Atemdepression, Muskelschwäche, Verlust von Reflexen) überwacht werden. Die Gabe von Aminoglycosid-Antibiotika sollte in diesem Zeitraum vermieden werden, da Hinweise auf Wechselwirkungen vorliegen.
Anwendung: Die Dosierung ist abhängig von der Indikation und vom Magnesium-Serumspiegel.
1. Bei Abortneigung; Frühgeburtsbestrebungen; fetale Hypotrophie; als Zusatztherapie zur Tokolyse mit Betamimetika:
4-8 mmol Magnesium/Stunde.
2. Bei schwerem Magnesium-Mangel:
20 mmol Magnesium/Tag.
Hinweise:
• Bei zu rascher parenteraler Gabe von Magnesiumsulfat kann es vorübergehend, besonders bei vasolabilen Patienten, zu Nebenwirkungen in Form von Übelkeit, , Kribbeln, Schwitzen, Erregung, Unruhe sowie Schläfrigkeit und Verlangsamung von Herz- und Atemtätigkeit kommen. Darüber hinaus kann es bei parenteraler Applikation von Magnesiumsulfat zu Bradykardien, Überleitungsstörungen und peripherer Gefäßerweiterung kommen.
• Gegenmaßnahmen sind Dosis-Reduktion oder das Absetzen des Präparates, die im allgemeinen zu einem schnellen Abklingen dieser Nebenwirkungen führen.
• Während der hochdosierten parenteralen Magnesiumtherapie sollen folgende Überwachungs- und Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:
-- Kontrolle der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion (Atemfrequenz nicht unter 16/min)
-- Prüfung der Auslösbarkeit der Patellarsehnenreflexe
-- Bestimmung der Urinausscheidung (nicht unter 25 ml/h)
-- Bereithaltung von Ampullen von Calciumgluconat, 10%ig als Antidot
-- Gewährleistung intensivmedizinischer Maßnahmen, wenn das Antidot allein nicht ausreicht.
Art und Dauer der Anwendung:
• Zur langsamen intravenösen Infusion nach Verdünnung.
• Als Verdünnungslösungen eignen sich z.B. 5%ige Glukose- und 0,9%ige Natriumchlorid-Lösung.
• Als Zusatztherapie zur Tokolyse mit Betamimetika sollte wegen der hyperglykämischen Wirkung der Tokolytika statt der 5%igen Glucose-Lösung 0,9%ige Natriumchlorid-Lösung als Verdünnungslösung verwendet werden.
• Die gebrauchsfertige Infusionslösung ist unmittelbar nach Verdünnung anzuwenden.
• Parenterale Magnesiumsulfat-Darreichungen sollten - wegen möglicher Ausfällungen - grundsätzlich nicht mit Calcium-, Phosphat-, Tetracyclin-haltigen oder alkoholischen Lösungen gemischt werden.
• Bei Abortneigung; Frühgeburtsbestrebungen; fetale Hypotrophie; als Zusatztherapie zur Tokolyse mit Betamimetika: zur Herstellung der Infusionslösung z.B. 2 Ampullen mit 480 ml Verdünnungslösung mischen.
• Bei schwerem Magnesium-Mangel: zur Herstellung der Infusionslösung z.B. 1 Ampulle mit 990 ml Verdünnungslösung mischen.
Haltbarkeit: • Nicht über 25°C lagern.
• Dauer der Haltbarkeit nach Zubereitung durch Verdünnen: mit 5%iger Glucose-Lösung und 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung in Abhängigkeit von der Konzentration an Magnesiumsulfat: für 40 mmol/500 ml max. 10 h; für 20 mmol/1000 ml max. 24 h; für 80 mmol MgSO4/100 ml max. 24 h.
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