Anwendungsgebiete:
1) Zur symptomatischen Behandlung von chronischen hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei dementiellen Syndromen mit der Leitsymptomatik:
Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Denkstörungen, vorzeitige Ermüdbarkeit, Antriebs- und Motivationsmangel, Affektstörungen.
Zur primären Zielgruppe gehören dementielle Syndrome bei primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Das individuelle Ansprechen auf die Medikation kann nicht vorausgesagt werden.
2) Zur unterstützenden Behandlung bei Folgezuständen nach Schädel-Hirn-Trauma mit den Leitsymptomen:
Störungen des Bewusstseins, der Vigilanz, der Hirnleistung.
Hinweis:
• Bevor die Behandlung begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitserscheinungen nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen.
Nicht Anwenden bei:
Das darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Pyritinol oder einen der sonstigen Bestandteile.
Das sollte mit Vorsicht angewendet werden bei:
• vorgeschädigter Niere
• schweren Leberfunktionsstörungen
• Erkrankung des hämatopoetischen Systems
• akuten oder anamnestisch bekannten Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Lupus erythematodes, Myasthenie, Pemphigus.
Vorsicht auch bei bekannter Überempfindlichkeit gegen D-Penicillamin; es können aufgrund der chemischen Verwandtschaft zu Pyritinol (Thiol-Gruppe) ähnliche unerwünschte Wirkungen auftreten.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Pyritinol passiert die Plazentaschranke. Systemische Untersuchungen an Ratten und Mäusen ergaben keinen Hinweis auf teratogene oder embryotoxische Wirkungen.
In einer klinischen Studie mit Pyritinol in einem speziellen Anwendungsbereich an schwangeren Frauen (386 Mutter-Kind-Paare) zeigten sich keine schädlichen Wirkungen.
• Pyritinol wird mit der wahrscheinlich in geringen Mengen ausgeschieden.
Aus grundsätzlichen Überlegungen sollte Pyritinol dennoch in Schwangerschaft oder Stillzeit nur angewendet werden, wenn der therapeutische Nutzen sorgfältig abgewogen worden ist.
Anwendung:
Im einzelnen werden folgende Dosierungen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und vom Ansprechen des Patienten auf die Therapie empfohlen:
Im Allgemeinen 3mal 200 mg (3mal 2 Dragees) täglich.
Art und Dauer der Anwendung.
• Die Dragees werden unzerkaut, am besten mit etwas Flüssigkeit, während oder nach dem Essen, geschluckt.
• Bei sollte zur Vermeidung einer Verstärkung die letzte Tagesgabe nicht am späten Nachmittag oder am Abend erfolgen.
• Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild: Bei chronischen Krankheitszuständen, wie z.B. bei Folgezuständen nach Schädelhirntrauma und bei dementiellen Syndromen, sind therapeutische Erfolge meistens erst nach 2-4wöchiger Behandlung gegenüber Plazebo festzustellen. Der optimale Effekt ließ sich in der Regel nach 6-12 Wochen sichern.
• Die Behandlungsdauer bei der Behandlung chronischer Erkrankungen sollte bis zur Wirksamkeitsbeurteilung mindestens 8 Wochen betragen.
• Nach 3 Monaten ist zu überprüfen, ob die Indikation für eine Weiterbehandlung noch gegeben ist.