Anwendungsgebiete:
Bestimmte Verfahren der Schmerzbehandlung und Schmerzverhütung:
• Infiltrationsanästhesie
• Leitungsanästhesie
• Nervenblockade
• Grenzstrangblockade
• Paravertebralanästhesie
• Epiduralanästhesie
• Feldblock.
Nicht Anwenden bei:
Das darf nicht angewendet werden bei:
• bekannter Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Amidtyp
• schweren Überleitungsstörungen
• akut dekompensierter Herzinsuffizienz.
Bei Patienten mit Lebererkrankungen, mit Niereninsuffizienz oder Myasthenia gravis sowie bei Injektion in ein infiziertes Gebiet ist Vorsicht geboten.
Bei Anwendung zur Periduralanästhesie sind die allgemeinen Gegenanzeigen dieses Verfahrens zu beachten. Hierzu zählen neben den schweren Überleitungsstörungen und der akut dekompensierten Herzinsuffizienz der nicht korrigierte Volumenmangel und die wesentliche Störung der Gerinnung.
Hinweis:
Bei Kombination von Lokalanästhetika mit Vasokonstriktoren (z.B. Adrenalin) sind die speziellen Gegenanzeigen dieser Mittel zu beachten
Schwangerschaft und Stillzeit:
• ist plazentagängig, die Konzentration an freiem liegt infolge geringerer Plasmaproteinbindung des Lidocains beim 1,4fachen der mütterlichen Konzentration.
Da grundsätzlich eine negative Beeinflussung der kardialen und zentralnervösen Funktion des Fetus möglich ist, sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung unter ärztlicher Überwachung und reduzierter Dosis angewendet werden.
Insbesondere im ersten Drittel der Schwangerschaft gilt eine strenge Indikationsstellung.
Kontraindiziert ist die Periduralanästhesie in der Geburtshilfe, wenn massive Blutungen drohen oder vorhanden sind (z.B. nach tiefer Implantation der Plazenta oder nach vorzeitiger Plazentalösung).
• Es ist nicht bekannt, ob mit der ausgeschieden wird. Über die Anwendung von während der Stillzeit liegen keine Daten vor.
Anwendung:
Grundsätzlich gilt, daß nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewünschte ausreichende Anästhesie erreicht wird. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.
Eine Einzeldosierung von 300 mg (bezogen auf ein Körpergewicht von ca. 70 kg, entsprechend ca. 4 mg /kg Körpergewicht) sollte nicht überschritten werden.
Für die einzelnen Anwendungsgebiete gelten für Jugendliche über 15 Jahre und Erwachsene folgende Empfehlungen von verschieden konzentrierten Lidocainhaltigen Injektionslösungen:
Infiltrationsanästhesie bis 300 mg 0,5 bis 1%
Leitungsanästhesie: bis 300 mg 2%
oder
Nervenblockade: 50-300 mg 1-2%
Grenzstrangblockade: 150-250 mg 1%
Paravertebralanästhesie: 50-100 mg 1%
Epiduralanästhesie: 75-300 mg 0,5 bis 2%
Feldblock: 0,5%.
Dosierungsbeispiele 1%:
1. Infiltrationsanästhesie:
• Intrakutan, pro Quaddel: 0,2 bis 0,4 ml
• Triggerpunkte, pro TP: 0,5 bis 1 ml
• Tonsillektomie, pro Tonsille: 5-10 ml
• Fraktur-Reposition: 5-20 ml.
2. Leitungsanästhesie:
• Kopfbereich:
-- Hauptnerven: 2-8 ml
-- kleinere Nervenäste: 1-2 ml
• Obere Extremität:
-- Pt. brachialis: 10-30 ml
-- Plexusnerven, einzeln: 5-10 ml
• Rumpfbereich:
-- Interkostalblock, pro Seg.: 2-4 ml
-- N. phrenicus: 10 ml
-- Paravertebralblock: 5-10 ml
-- Periduralanästhesie: 10-30 ml
• Untere Extremität:
-- Psoas-compartment-Block (Pl. lumbalis): minus 30 ml
-- Äste des Pl. lumbalis einzeln: 10-20 ml
-- 3-in-1-Block n. Winnie: 25 ml
• N. Ischiadicus: 30 ml
• Autonomes Nervensystem:
-- Stellatumblockade: 5-10 ml
-- Pt. coeliacus: 15-25 ml
• Lumbale Grenzstrangblockade: 10-20 ml
• Parazervikalblockade, pro Seite: 6-10 ml.
Im Rahmen der schmerztherapeutischen Anwendung von Lokalanästhetika werden im allgemeinen geringere Mengen benötigt.
• Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand sowie bei Kindern müssen grundsätzlich kleinere Dosen angewendet werden.
• Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion können besonders bei wiederholter Anwendung erhöhte Plasmaspiegel auftreten. In diesen Fällen wird ebenfalls ein niedrigerer Dosisbereich empfohlen.
• Patienten mit obliterativer Gefäßerkrankung, Arteriosklerose oder diabetischer Neuropathie gelten als Risikopatienten, bei denen die Dosis zu verringern ist, wenn eine Lokalanästhesie überhaupt indiziert ist.
Art und Dauer der Anwendung:
Die Injektionslösung ist nur zur einmaligen Einnahme vorgesehen. Die Anwendung muß unmittelbar nach Öffnung der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.
Zur Prophylaxe von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:
• bei Risikopatienten und Verabreichung hoher Dosen intravenösen Zugang für Infusion anlegen. (Volumensubstitution)
• Dosierung so niedrig wie möglich wählen
• korrekte Lagerung des Patienten beachten
• vor Injektion sorgfältig in zwei Ebenen (Drehung der Kanüle um 180°) aspirieren
• nicht in infizierte Bereiche injizieren
• Injektion langsam vornehmen
• Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren
• allgemeine und spezielle Kontraindikationen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten.
Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch:
• Auf entsprechende anatomische Kenntnisse und richtige Injektionstechnik ist zu achten.
• Vor der Durchführung einer Lokalanästhesie ist grundsätzlich, insbesondere aber bei rückenmarksnaher Lokalanästhesie, auf eine gute Auffüllung des Kreislaufes zu achten.
• Ist eine Allergie gegen oder ein anderes Lokalanästhetikum vom Amid-Typ bekannt, so muß mit einer Kreuzallergie gegenüber anderen Säureamid-Lokalanästhetika gerechnet werden.
• Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion ist die Dosis von zu verringern.
• Bei Epileptikern muß verstärkt auf die Manifestation zentralnervöser Symptome geachtet werden.
• Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom können allergische, toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanästhetika vermehrt auftreten.
• Bei Injektionen in infiziertes Gebiet ist wegen des erhöhten Nebenwirkungsrisikos besondere Vorsicht erforderlich.
• Eine akzidentelle intravenöse Injektion ist grundsätzlich zu vermeiden. - Bei Anwendungen im Hals-Kopf-Bereich besteht ein höherer Gefährdungsgrad, weil das Risiko für zentralnervöse Intoxikationssymptome erhöht ist.
• Bei Lösen der Sperre im Rahmen der intravenösen Regionalanästhesie ist das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht.
Haltbarkeit:
Lichtschutz erforderlich.