Anwendungsgebiete:
1. Zur symptomatischen Therapie bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden.
2. Zur Verminderung der Phosphatresorption bei Patienten mit Niereninsuffizienz und erhöhten Serumphosphatspiegeln.
Hinweis:
Für die gastroenterologischen Anwendungsgebiete soll das Arzneimittel nur in fixer Kombination mit anderen Antazida angewendet werden.
Nicht Anwenden bei:
Das Arzneimittel sollte nicht angewendet werden bei:
• bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
• Hypophosphatämie
• Obstipation
• bekannten Dickdarmstenosen
• akutem Abdomen.
Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min) nur zur Verminderung der Phosphatresorption gegeben werden.
Eine Anwendung beim Säugling wird nicht empfohlen.
Schwangerschaft und Stillzeit:
• Das Arzneimittel ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da hierfür keine Erfahrungen beim Menschen vorliegen und Tierversuche mit Aluminiumverbindungen schädliche Auswirkungen auf die Nachkommen zeigten.
• In der Stillzeit soll das Arzneimittel nicht eingenommen werden, da Aluminiumverbindungen in die Muttermilch übergehen.
Wirkungen:
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle:
• In Einzelfällen sind bei chronischer Anwendung von Aluminiumhydroxid Darmverschlüsse beobachtet worden.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit:
• Aluminiumhydroxid verringert die Magen-Darm-Motilität. Insbesondere bei Bettlägerigkeit, bei Flüssigkeitsmangel oder Darmträgheit können hohe Dosen, wie sie im allgemeinen nur für Nierenpatienten zur Phosphatbindung erforderlich sind, zur Obstipation führen.
• Bei langfristiger Einnahme hoher Dosen kann es zu einer Phosphatverarmung kommen. Hinweise hierauf können allgemeine Krankheitssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Muskelschwäche, Knochenschmerzen, Paresen, Tremor und Krämpfe sein.
• Bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei hochdosierter Daueranwendung kann es zur Aluminiumeinlagerung vor allem in das Nerven- und Knochengewebe kommen.
• Eine Aluminiumintoxikation kann sich äußern in einer Enzephalopathie und insbesondere bei Säuglingen und Kindern in einer Osteopathie bzw. Osteomalazie.
Anwendung:
1. Zur symptomatischen Therapie bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden wird Aluminiumhydroxid mit einer Neutralisationskapazität von mindestens 20 mmol je Einzeldosis (entsprechend 2 Tabletten) bei Bedarf eingenommen. Die Einnahme sollte 1-2 Stunden nach den Hauptmahlzeiten und zur Nacht erfolgen.
2. Bei Anwendung als Phosphatbinder erfolgt die Dosierung in Abhängigkeit von der Höhe der Serumphosphatspiegel:
• Bei phosphatarmer Diät werden 4-5mal täglich als Einzelgabe bis zu 7 Tabletten 10-20 min vor den Mahlzeiten eingenommen (entsprechend täglich bis zu 11,2 g Aluminiumhydroxid).
• Die angegebenen Dosen sollen nicht unterschritten, bei Nichteinhaltung einer phosphatarmen Diät jedoch heraufgesetzt werden.
Art und Dauer der Anwendung:
• Die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Alternativ können die Tabletten auch zerkaut oder in Wasser zerfallen eingenommen werden. Falls die Tabletten zerkaut werden, sollte ausreichend Flüssigkeit nachgetrunken werden.
• Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der Grunderkrankung. Bei Einnahme der Tabletten zur Verminderung der Phosphatresorption ist die Dauer der Anwendung bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt.
Hinweise:
• Bei längerdauernder kontinuierlicher Einnahme sollten die Phosphat- und insbesondere bei Niereninsuffizienz die Aluminiumblutspiegel in regelmäßigen Abständen geprüft werden.
• Da Aluminiumionen die Dialysemembran passieren können, sollte aluminiumfreies Dialysatwasser verwendet werden, um einer Erhöhung der Aluminiumspiegel vorzubeugen.